Futter im Wildfreigehege kommt jetzt elektrisch

Zur Pritsche umgebautes Golf-Cart ersetzt die Schubkarren

Fossiles Zeitalter übersprungen: Christoph Behring, Rebecca Fels und Guido Berkemeyer (von rechts) mit dem zum Mini-Pritschenwagen umgebauten Golf-Cart mit Elektroantrieb, das im Wildfreigehege Nöttler Berg jetzt für die Fütterungszeit die Schubkarren ersetzt. Das Wildfreigehege Nöttler Berg überspringt in Sachen Fütterungszeit das fossile Zeitalter. Die Tierpfleger wechseln von der Schubkarre direkt auf ein umgebautes Golf-Cart mit Elektroantrieb. Jetzt summen im Wald in der Klimakommune Saerbeck nicht nur die Bienen.

Arbeitserleichterung war das auslösende Motiv für die Investition, erklärte jetzt Christoph Behring, Mit-Betreiber des Wildfreigeheges, bei der Übergabe des neuen Geräts. Bei den abendlichen Futterrunden habe man mit den muskelbetriebenen Schubkarren doch schon „lange Arme bekommen“, sagte er. Bei der Suche nach Abhilfe erwiesen sich herkömmliche Fahrzeuge, meist mit fossilen Brennstoffen im Tank, als zu groß und auch zu schwer.

Modell "Workhorse"

Fündig wurde man, quasi um die Ecke, bei der Firma Grevener-Elektro-Fahrzeuge GmbH. Die G-E-F baut Golf-Carts zu Nutzfahrzeugen um, zum Beispiel für Gärtnereien oder Campingplätze. Im Angebot sind unter anderem Mini-Kipper oder Kleinst-Lieferwagen. Das Modell für das Wildfreigehege hört auf den passenden Namen „Workhorse“ (Arbeitspferd).

Die lange Ladepritsche für Futtersäcke ist offensichtlich. Die inneren Werte erklärte Guido Berkemeyer, Inhaber von G-E-F: 48-Volt-Elektroantrieb, 3,3 Kilowatt Leistung, 30 Kilometer Reichweite, 26 km/h Spitzentempo, Platz für zwei Menschen und bis zu 70 Kilogramm Ladung. Das „Workhorse“ lädt an normalen Steckdosen, eine Akkufüllung kostet etwa 1,50 Euro, sagte Guido Berkemeyer. Die laubgrüne Lackfarbe passt zum Einsatzgebiet.

"Leise und stört nicht"

„Die Reichweite genügt für unsere Zwecke völlig“, stellte Christoph Behring fest. Er freute sich außerdem, dass die Mini-Elektro-Pritsche leicht ist und „wenig kaputtfährt“. Und dass die Tierpfleger abgasfrei von Gehege zu Gehege kommen. Tierpflegerin Rebecca Fels findet darüber hinaus, dass der Elektroantrieb für die Stopp-and-go-Fahrten auf den Futterrunde besser funktioniert als ein Verbrenner-Motor. Außerdem ist das Fahrzeug „leise und stört nicht“. Rebecca Fels ist sich sicher, dass die rund 130 Tiere im Wildfreigehege es schnell – ganz positiv – mit der Fütterungszeit verbinden, wenn das neue Fahrzeug heransummt.

Besuch im Wildfreigehege mit Test und Anmeldung möglich

Das Wildfreigehe Nöttler Berg ist für Besucherinnen und Besucher grundsätzlich geöffnet. Allerdings ist eine Voranmeldung über die Homepage notwendig, ebenso der Nachweis über einen negativen, aktuellen Corona-Schnelltest. Die Regelungen im Detail finden sich auf der Homepage.

www.wildfreigehege-saerbeck.de