Wie Abwasser wieder sauber wird

Dritte Klassen der Grundschule auf Exkursion in der Kläranlage

Sprudelige Luft, damit die Mikroben besser arbeiten können: die Klasse 3c an einem der Klärbecken. Mikroben bei der Arbeit zusehen, das konnten kürzlich die dritten Klassen der St.-Georg-Grundschule. Sie machten Unterricht unter freiem Himmel in der Kläranlage und erfuhren, was nach der Klospülung passiert.

Man hat schon Klärwerker vom „Porzellan-Telefon“ reden hören, mit dem sich alle Menschen in Saerbeck täglich in der Anlage der Gemeinde zwischen Badesee und Ems melden. Mitarbeiter Dominik Wenkers ließ im November die 3c als eine der drei Klassen hinein durch das große Tor, das sonst verschlossen bleibt. Die Schülerinnen und Schüler verfolgten mit ihm den Weg des Abwassers von der Förderschnecke bis zum Ablauf in den Bach und die Ems – und, wie es unterwegs immer sauberer wird.

7500 Menschen sind über das Abwassernetz an die Kläranlage angeschlossen, erfuhren die Kinder klassenweise in drei Durchgängen. Dusche, Toilette, Spüle, Waschmaschine: Alles kommt an einer Stelle heraus, bis zu 3000 Liter pro Minute. „Das stinkt“, meinte eine Schülerin an dem offenen Schacht mit den Förderschnecken, die das Abwasser von Kanal- auf Arbeitshöhe befördern.

Die Probengläser, die Mitarbeiter Dominik Wenkers präsentiert, zeigen den Drittklässlerinnen und Drittklässlern, wie das Abwasser sauber wird. Der Weg des Klopapiers und anderer größerer Stücke endet im Rechen, sahen die sehr interessierten Schülerinnen und Schüler. Eine Station weiter blubberte es im Öl- und Sandabscheider. Bemerkenswert für die Kinder: In der Betoneinfassung wuchsen Pflanzen – aus Samen, die die Toilettenspülungen auf die Reise geschickt hatten, erklärte Dominik Wenkers.

Unterwegs wird das Abwasser mit Mikroben geimpft, die in den Belebungsbecken ihre Arbeit erledigen. „Sieht wie ein Whirlpool aus“, fand ein Schüler, während die Unter-Wasser-Lüftung gerade lief. Ein bisschen kühl für einen Whirlpool, meinte der Klärwerker. 18 Grad ist eine gute Temperatur für die mikroskopischen Helfer. Bei Bedarf können die metertiefen Becken geheizt werden. „Die Mikroben fressen alles auf, was wir nicht mehr im Wasser haben wollen“, erläuterte Dominik Wenkers.

"Das Wasser ist jetzt ganz klar"

Dann müssen nur noch die kleinen Helferlein wieder heraus. Wie das mit einem großen Schieber funktioniert, sahen die Drittklässler am Ruhebecken. Kontrolle am Ablauf: „Das Wasser ist jetzt ganz klar“, stellte eine Schülerin fest. Um den Klärprozess nochmal genau zu begutachten, hatte Dominik Wenkers Probengläser vorbereitet mit Wasser vom Zufluss, aus dem Belebtbecken und vom Ablauf.

Die dritten Klassen besuchten die Kläranlage im Rahmen ihrer Unterrichtsreihe zum Thema Wasser.