Ein Paradies für die Libellen - Biologische Station unternimmt Exkursion zu den Libellen am Hanfteich

Quelle: Westfälische Nachrichten
Veröffentlicht am: 16.07.2014

Saerbeck - Noch heute streiten sich die Wissenschaftler über die Herkunft ihres Namens: Hat Carl von Linné ihn erfunden, oder leitet er sich vom lateinischen libra, für Waag, ab? Libellen gibt es in der Tat auch in Wasserwaagen, schöner anzuschauen aber sind sie in der Natur, und da ist der Hanfteich eine gute Adresse.
Ein Paradies für Libellen

Klein, aber fein – für eine Vielzahl seltener Pflanzen, Libellen und Amphibien ist der östlich des Dorfes gelegene Hanfteich ein Paradies.

Der kleine Heideweiher, eine natürliche Mulde, die früher genutzt wurde, um den Flachs für die Textilherstellung zu wässern, ist dank seiner Artenvielfalt das älteste Naturschutzgebiet Saerbecks und sogar Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes „Natura 2000“. Grund genug für die Mitarbeiter der Biologischen Station Kreis Steinfurt, das Gebiet im Rahmen einer Exkursion vorzustellen.

Treffpunkt war am Sonntag der Parkplatz am Wildfreigehege. Von dort ging es zu Fuß zum Hanfteich. Unterwegs stellten die Biologinnen Bettina Wegener und Maike Wilhelm von der Biologischen Station Pflanzen am Wegesrand vor. Dabei war auch das giftige Jakobs-Kreuzkraut, der zwar giftig ist, was die Larven des Blutbärs, eines Nachtfalters, aber offenbar wenig störte. Sie knabberten eifrig an den Pflanzen, die Probleme bereiten, wenn sie in das Heu gelangen.

Der Hanfteich selbst war gut mit Wasser gefüllt, was in trockenen Jahren nicht immer der Fall ist. Torfmoose, Sumpf-Johanniskraut und Gagelstrauch zählten hier zu den Raritäten, die die Biologinnen den rund 20 Teilnehmern zeigen konnten. Unter ihnen waren mit Theo Terlutter und Tochter Meike zwei Saerbecker, die sich seit Jahren intensiv mit den Libellen (die Engländer nennen sie anschaulich Dragonflies, Drachenfliegen) am Hanfteich beschäftigen. Meike Terlutter, Schülerin an der Gesamtschule, hatte damit schon erfolgreich am Wettbewerb „Jugend forscht“ teilgenommen.

Die beiden Lokalmatadoren wussten viel über die Lebensweise der faszinierenden Insekten zu erzählen und hatten dafür gesorgt, dass die Teilnehmer sie sogar in die Hand nehmen konnten. Natürlich keine „echten“ Libellen, sondern nur die als Exuvien bezeichneten Larvenhüllen, die nach dem Schlüpfen der Tiere an Pflanzenstängeln zurückbleiben. Nach rund zweieinhalb Stunden und passend zum Beginn eines Platzregens endete die Exkursion.

 

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