Pressure Machine –  endless print, endless story“

Veröffentlicht am: 10.08.2023
Gorke Ausstellung Bunker 11

Soll man sich die Haxen brechen, wenn man in diese Ausstellung geht? Wie eine umgefallene Stele liegt am Eingang zum Bunker 11 im Bioenergiepark ein Steinkloben, in den Andreas Gorke den Spruch gemeißelt hat: „Nichts ist in Stein gemeißelt.“ Zum Glück ist niemand der weit über hundert Austellungseröffnungs-Besucher ins Straucheln geraten oder darüber gestolpert, und wenn doch, dann nur im Geiste, um zu verstehen, was Andreas Gorke damit sagen will: „Alles ist im Fluss, ist in Bewegung, alles ändert sich, nichts ist für die Ewigkeit.“

Der kürzlich gegründete Kunst- und Kulturverein „Bunker 11“ hat den in Brochterbeck lebenden und arbeitenden Künstler Andreas Gorke eingeladen, im Bunker 11 einen Teil seiner Arbeiten zu zeigen. Und wieso überhaupt Brochterbeck? Denn Andreas Gorke sagte in seiner kurzen, aber zu Herzen gehenden Ansprache  mit Nachdruck zuallererst: „Ich bin ein Saerbecker.“ Da sei er aufgewachsen, da gehöre er hin, da sei er, nicht zuletzt wegen des ebenfalls anwesenden „Vaters des Bioenergieparks, Wilfried Roos“, zu dem Künstler geworden, der heute als 60-Jähriger sagen könne, „Mensch, erkenne, dass du nur in einer friedlichen, toleranten und demokratischen Welt im Einklang mit der Natur existieren kannst.“

Die längste, inhaltschwerste und dennoch nicht die Besucher überfordernde Rede hielt der Kunsthistoriker Andreas Schnieder, der Andreas Gorkes Kunstereignis im Bioenergiepark als hoffnungsvolles Wetterleuchten beschrieb: „Hier erleben wir, wie eine andere, bessere Welt aussieht. Eine Welt, die sich dem Klimawandel entgegenstellt: Ein Bioenergiepark, eine Welt, die Bunker für zivile Zwecke zu nutzen weiß. Sonnen- und Windenergie, Ausstellungsfläche  und Seminarräume für Menschen, die Leben gestalten wollen und nicht ihr Leben für Vernichtungskriege hergeben.“

Und der Stolperstein am Eingang zum Bunker? „Natürlich“, sagte Andreas Schnieder, „hätte man den mit musealer Vorsicht auch an den Rand legen können, auf Augenhöhe, mit einem stabilen Sockel, hinter Plexiglas oder rot-weißem Absperrband, mit dem Schild „Vorsicht, Kunst, bitte nicht zu nah herantreten!“ Aber genau das möchte Andreas Gorke nicht, weil er sagen will: „Alles ist in Bewegung, alles verändert sich, alles ist im Fluss, nichts ist für die Ewigkeit, nichts ist in Stein gemeißelt.“

Zu sehen ist die Ausstellung mit dem vielsagenden Titel „Pressure Machine –  endless print, endless story“ bis zum 27. August, dem „Wir-brennen-fürs-Klima-Tag“, immer sonntags von 15 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung unter der Telefonnummer 05455/262. Am 20. August, übernächsten Sonntag, zeigt Andreas Gorke ab 16 Uhr im Bunker 11 Neugierigen, wie er mit seiner zentnerschweren Druck-Walze aus Lindenholz filigranste Kunst erzeugt.

Wir bedanken uns bei Hans Lüttmann für Text und Bilder