„Unser Dorf lebenswerter machen“

Veröffentlicht am: 19.12.2025

Heimatpreis 2025 geht an Flüchtlingshilfe, Messdiener und Kapellen-Teams

Eine der Stelen des Heimatpreises 2025. Der Heimatpreis 2025 der Gemeinde Saerbeck geht zu je einem Drittel an die ökumenische Flüchtlingshilfe, die Messdiener St. Georg und gemeinsam an die beiden Kapellen-Teams in Westladbergen und Sinningen.

Diese Gruppen teilen sich gemäß einem einstimmigen Ratsbeschluss das Preisgeld von 5000 Euro aus einem Programm des Landes NRW. Als bleibendes Zeichen wurden sie jetzt in einer lockeren Feierstunde im Bürgerhaus mit Holz-Acrylglas-Stelen ausgezeichnet. Die Kapellen-Teams schlägt die Gemeinde zusätzlich für den Landeswettbewerb „Heimat-Preis NRW“ vor.

Den „Begriff Heimat aus einer etwas staubigen herausholen“, das sei das Anliegen der Landesregierung, das die Gemeinde seit 2019 aufgreift, sagte Bürgermeister Dr. Tobias Lehberg. Heimat sei „Ausdruck von Lebensqualität und schafft Verbundenheit in Zeiten, in denen uns vieles zu trennen scheint“, schlug Lehberg als positive Bedeutung des Worts vor.

Heimat ist nichts Staubiges, sondern Lebensqualität und Verbundenheit: Bürgermeister Dr. Tobias Lehberg bei der Vergabe des Heimatpreises 2025 in der Bürgerscheune. Heimat habe dabei einerseits „für jeden eine andere Bedeutung, ist mit unterschiedlichen Orten und Menschen verbunden“, andererseits biete sie „die Möglichkeit zur Identifikation“. Mit Blick auf die Vielfalt der ausgezeichneten Gruppen und ihrer ehrenamtlichen Arbeit stellte Lehberg fest: „Alle Preisträger eint, dass sie sich in die Gemeinschaft einbringen und unser Dorf dadurch lebenswerter machen – das ist ihr großes Verdienst“. Die Kriterien des Landes für die Preisvorgabe sah er erfüllt: Bewahrung und Stärkung der lokalen Identität, Erhaltung von Tradition und Brauchtumspflege, Erhaltung oder Attraktivitätssteigerung von öffentlich zugänglichen Orten oder Gebäuden oder Stärkung und Förderung der Gemeinschaft und des gemeinschaftlichen Zusammenlebens im Ort.

Die ökumenische Flüchtlingshilfe mit dem Bürgermeister-Trio Dr. Tobias Lehberg, Klaus Rensmann (von links) und Florian Bücker (4. von links) und der Heimat-Preis-Stele. Die ökumenische Flüchtlingshilfe „Willkommen“ arbeite „an vielen Stellen still und im Verborgenen“, etwa bei Hilfen im Alltag für Geflüchtete, würdigte Lehberg diese Gruppe. Sie biete aber auch öffentliche Aktionen wie das Internationale Cafe (InCa), das Flüchtlinge und Saerbecker untereinander und miteinander in Kontakt bringen möchte. „Flüchtlingshilfe bedeutet, Menschen, die zu uns kommen, eine neue Heimat zu bieten“, bedankte sich Werner Heckmann von der Flüchtlingshilfe für das „schöne Zeichen“ des Preises.

Die etwa 70 Messdiener der Pfarrgemeinde St. Georg seien mit Altardienst, Gruppenstunden, der Aktion „Wir warten aufs Christkind“ oder dem Sommerlager „stark präsent in der Gemeinde“, befand Bürgermeister Lehberg. Sie zeigten, das Heimat mit Gemeinschaft zusammenhänge. Die Messdiener wurden in Abwesenheit ausgezeichnet, weil an diesem Abend die Gemeinschaft zu einer langfristig geplanten Veranstaltung zusammenkam.

Die Kapellen-Teams aus Westladbergen und Sinningen mit dem Bürgermeister-Trio Klaus Rensmann, Dr. Tobias Lehberg und Florian Bücker (von links) und der Heimat-Preis-Stele. Die Kapellen-Teams in Sinningen und Westladbergen erhielten den Preis auf Vorschlag der Schützenvereine in den Bauerschaften. Die Familien, die diese Teams bilden, pflegen „seit Generationen“ die beiden Marien-Kapellen als beliebte Treffpunkte in den Bauerschaften „und füllen sie mit Leben“, erläuterte Lehberg. Das Besondere für ihn hier: „Beide Gruppen sind kein eingetragener Verein, sondern bestehen aus Menschen, die ihre Aufgabe finden.“

Gruppen, die bisher leer ausgegangen seien, wie auch Vereinen und Initiativen, die noch nicht auf der Vorschlagsliste standen, riet Bürgermeister Lehberg zu einer weiteren Bewerbung in der Zukunft. Die Auszeichnungen nahmen Bürgermeister Dr. Tobias Lehberg und die beiden Stellvertretenden Bürgermeister, Florian Bücker und Klaus Rensmann, vor. An der Feierstunde nahmen Vertreter aller Ratsfraktionen teil.