Wärmenetz: Preise gibt’s am 28. Oktober

Veröffentlicht am: 15.10.2026

Bürgerversammlung / Angebot für Gebäudebesitzer im Ortskern

Das Potenzialgebiet im ersten Schritt des geplanten Wärmenetzes umfasst den Ortskern (rot). Grün dargestellt sind die späteren Potenzialgebiete. Kein gutes Gefühl mehr mit der Gas- oder Ölheizung im Haus? Ab Ende Oktober gibt es konkrete Angebote für den Anschluss an ein Wärmenetz für alle Gebäudeeigentümer im Potenzialgebiet Ortskern. Den Auftakt macht eine Bürgerversammlung am Mittwoch, 28. Oktober, ab 18.30 in der Bürgerscheune, Ferrières-Straße 12.

Die Machbarkeitsstudie gibt bereits grünes Licht für konkurrenzfähige Preise auch im Vergleich zur Wärmepumpe. Am 8. Oktober hat der Rat die Gründung der Waermewerk Saerbeck GmbH & Co. KG beschlossen. Bereits seit Februar bereiten engagierte Freiwillige die Gründung einer Wärmegenossenschaft vor. Beabsichtigt ist, dass diese Genossenschaft dem Waermewerk beitritt, wie auch die SaerGas als Biogas-Produzentin im Bioenergiepark, hinter der Saerbecker Landwirte und das Unternehmen Envitec stehen.

455 Gebäude im Potenzialgebiet

Das Potenzialgebiet umfasst 455 Gebäude. Es erstreckt sich zwischen Mühlenbach und Bußmannsbach entlang der Ibbenbürener Straße und der Riesenbecker Straße. Hinzu kommen das Dreieck Ferrières-Straße, Emsdettener Straße und Marktstraße mit dem Ensemble Rathaus, Bürgerhaus und Bürgerscheue sowie südlich der Emsdettener und der Marktstraße ein Bereich zwischen Grevener Straße (beidseitig) und Friedhof, nach Süden begrenzt von der Straße „Zum Badesee“. Das bestehende Netz der Gläsernen Heizzentrale wird integriert. Auch dadurch ergeben sich weitere Anschlussmöglichkeiten entlang der Lindenstraße und südlich davon in das Wohngebiet Eschgarten hinein.

Welche Gebäude genau im Potenzialgebiet eins liegen, lässt sich auf der Wärmekarte erkennen, sobald die Website www.waermewerk-saerbeck.de online ist. Für Immobilien-Eigentümer in diesem Gebiet ist die Bürgerversammlung besonders interessant.

Vertragsangebote ab November

Das Waermewerk Saerbeck macht ab November bis März 2027 Vertragsangebote für den Anschluss an das geplante Wärmenetz. Wenn es soweit ist, wird die bisherige Heizung durch einen Wärmetauscher ersetzt, der an das bestehende Heizungsrohrnetz im Haus angeschlossen wird.

Die Initiativgruppe Wärmegenossenschaft arbeitet am Wärmenetz für den Saerbecker Ortskern und informierte sich in der Vorbereitungsphase unter anderem über die Fernwärme Alfhausen, hier vor der Energiezentrrale. Geliefert wird Wärme über das Netz, das von der Heizzentrale im Gewerbegebiet Nord II ausgeht. Wärmequellen sind Blockheizkraftwerke (BHKW) und Großwärmepumpen, betrieben mit Biogas aus dem Biogaspark und Windstrom. Gas- und Wärmespeicher vor Ort machen die Erzeugung flexibel und besonders effizient. Der Strom aus den BHKWs geht zu Spitzenzeiten ins öffentliche Stromnetz, die Wärmepumpen unterstützen die Wärmeproduktion.

Das trägt zur Wirtschaftlichkeit bei und dient dem Ziel, niedrige und möglichst stabile Wärmepreise für Bürgerinnen und Bürger zu bieten. Lokale Energiequellen sorgen für Verlässlichkeit und Wertschöpfung vor Ort. Von global gehandelten fossilen Energien wie Erdgas und Öl und deren Preissteigerungen ist das Wärmenetz weitgehend unabhängig. „Zukunftssicher, wirtschaftlich und nachhaltig mit Energiequellen vor Ort“, fasst Martin Sammler, Leiter der Stabsstelle Klimakommune im Rathaus, zusammen. 

Martin Sammler, Leiter der Stabsstelle Klimaschutz der Gemeinde Saerbeck. Im März 2027 soll feststehen, ob eine ausreichende Zahl von Anschlussverträgen zustande kommt, als finale Entscheidungsgrundlage für den Gemeinderat. Wenn dann im April der Zuschlag für die Stromeinspeisung aus der Heizzentrale vorliegt, können die Planung und der Bau in Straßen mit ausreichend hoher Anschlussquote beginnen. Erste Wärmelieferungen sind Ende 2028 geplant. Möglichkeiten, der Bürgergenossenschaft Wärme für Saerbeck beizutreten, soll es ab Anfang 2027 geben.

Weitere Details und auch die Konditionen und Preise für Vorverträge erläutern am 28. Oktober Martin Sammler, Andreas Bennemann (Leiter des Planungsamts im Rathaus), Bürgermeister Dr. Tobias Lehberg sowie Vertreter der Initiativgruppe Wärmegenossenschaft und der SaerGas.