"Sportschau": Starke Show für starke Leistungen
Ehrungsmarathon vor ausverkauftem Haus in der Festhalle Hövel
Dass viele der gut und gerne 300 Gäste der "Saerbecker Sportschau" zwischenzeitlich ihr Smartphone hervorholten und darauf herumtippten, lag nicht etwa an einem zähen Programm mit langatmigen Reden und ermüdenden Ehrungen. Ganz im Gegenteil: Die Saerbecker Sportschau, diesmal wieder im Großformat, live und in Farbe, zog das Publikum von der ersten bis zur letzten Minute in ihren Bann.
Mit einer gelungenen Mischung aus Ehrungen, Interviews und Showeinlagen gelang es den Machern der Gemeindeverwaltung um Sabrina Jamiola, Saerbecks Sportlerinnen und Sportlern den roten Teppich auszurollen und ihnen einen Rahmen zu bieten, der den sportlichen Leistungen des vergangenen Jahres gerecht wurde. Die Geehrten und die vielen Besucher dankten es auf ihre Weise: Mit viel Applaus.
Der fiel besonders groß aus für eine Mannschaft, eine Sportlerin sowie einen Sportler. Sie gewannen die Publikumsabstimmung. Die A-Junioren-Fußballer des SC Falke, Vorjahres-Finalist im Kreispokal-Endspiel, wurde per Abstimmung, die zum ersten Mal digital per Smartphone erfolgte, zur Mannschaft des Jahres 2022 gekürt. Der Sportschütze Andreas Bennemann, Kreismeister mit dem Luftgewehr, erhielt die Auszeichnung „Sportler des Jahres“. Und schließlich war da noch die sechsjährige Stella Kajtazi. Die junge Hip-Hoperin betrat die Bühne in der Festhalle Hövel mit einem Europameister- und zwei Deutschen Meister-Titeln. Sie verließ sie mit einer weiteren Auszeichnung: Der als Saerbecks Sportlerin des Jahres.
Fußball, Schießen, Tanzen, aber auch Reitsport, Schach, Leichtathletik und Turnen. Die lange Liste der Sportarten und die der Ehrungen zeigt: Saerbeck ist eine Gemeinde, in der Bewegung großgeschrieben wird. Da passt es auch ins Bild, dass der Schießstand gerade modernisiert wurde und mit dem Bau des Kunstrasenplatzes und der Reitsporthalle zwei weitere Infrastrukturprojekte realisiert werden. „Es geht in Saerbeck voran mit dem Sport“, stellte denn auch Sportausschussvorsitzender Florian Bücker zurecht fest.
An ihm und Saerbecks Bürgermeister war es, Pokale und Urkunden an 21 Mannschaften sowie 20 Einzelsportler zu überreichen. Mit Blick auf die zahlreichen Erfolge war Dr. Tobias Lehberg regelrecht überwältigt. Er selbst outete sich am Freitag als passionierter Läufer, Judoka-Opa und tapferer Teilnehmer am Nikolausschwimmen im Badesee. Und bot zusammen mit Bauer Ewald, der mit derben Witzen der Veranstaltung einen komödiantischen Anstrich gab, überdies eine Kostprobe seines tänzerischen Könnens. Sportlich, sportlich.
Ganz anders Moderator Oli Materlik, der weder dem Schwimmen bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt etwas abgewinnen mochte, noch Ambitionen auf eine Sportabzeichen-Teilnahme zeigte. Möglicherweise ein Grund dafür, warum seine Bewunderung für die Top-Leistungen der Sportlerinnen und Sportler groß war. Seine Vorstellung als Moderator war es ebenso. Der Rheinländer spulte das umfangreiche Programm eben nicht nur routiniert ab. Ihm und seinem Sidekick Michal Muth war es zu verdanken, dass das Publikum von der ersten Minute an gefesselt wirkte. Spontan, witzreich und gut vorbereitet führte das bewährte Duo doch das Programm und war damit ein Garant für den Erfolg. Nach drei Stunden und einer starken Show mit starken Leistungen gab es daher eigentlich nur Gewinner. Und viel Applaus.
Paul-Beckschwarte-Preis für Elisabeth Günnigmann
Sie engagiert sich seit 25 Jahren in der Leichtathletik-Abteilung des SC Falke, war lange Zeit Abteilungsleiterin und Kampfrichterin und ist im Ort in Sachen Sportabzeichen eine Art Institution. Das ist der Gemeinde Saerbeck eine besondere Auszeichnung wert.
Am Freitagabend wurde Elisabeth Günnigmann für ihren Einsatz im Sport geehrt. Aus den Händen von Bürgermeister Dr. Tobias Lehberg erhielt sie den Paul-Beckschwarte-Preis. Jene Auszeichnung, die an den im Jahr 2010 verstorbenen Saerbecker erinnert, der in Sachen Engagement Maßstäbe gesetzt hat. „Sie hat sich um die integrative Funktion des Sports verdient gemacht“, führte Bürgermeister Lehberg in seiner Laudatio aus, warum Elisabeth Günnigmann die Auszeichnung verdient hat. Die Geehrte zeigte sich überrascht und dankbar: „Ich nehme den Preis mit vollem Herzen an.“
(Sven Thiele, WN, 27.03.2023)
Die Namen aller ausgezeichneten Sportlerinnen, Sportler und Teams finden sich unter diesem Link.
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